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Der Kaiserschnitt ist heutzutage nahezu ein Routineeingriff geworden (überhaupt
im Lichte der momentan grassierenden Wunschsectio-Diskussion).
Dabei wird gerne vergessen, dass der Kaiserschnitt eine Operation mit
der Eröffnung der Bauchhöhle und daher im Vergleich zu einer Geburt durch
die Scheide mit größeren Risiken behaftet ist.
Dazu kommt, dass er für Frauen oft ein psychologisches Risiko darstellt
und volksgesundheitlich bedeutet er eine deutliche teurere Geburt.
Andererseits bedeutet der Kaiserschnitt eine Möglichkeit, in seltenen
Fällen Mutter und Kind vor gravierenden Folgen zu bewahren.
Anders gesagt: der Kaiserschnitt ist eine bewährte und sichere Methode,
um negative Folgen von Mutter und Kind abzuwenden.
Ihn zu einem Bagatelleingriff zu verharmlosen, führt zu unnötigem Leid
und in seltenen Fällen auch langfristigen bleibenden Schäden von Mutter
und Kind.
Technik:
Meist wird in Spinalanästhesie (dabei wird ähnlich der Epiduralanästhesie)
ein Lokalanästhetikum in den Spinalraum gespritzt.
Der Unterschied zur Epiduralanästhesie: die Gabe erfolgt einmalig und
sie wirkt sehr viel rascher.
Nebenbemerkung: selten wird der Eingriff in Vollnarkose
durchgeführt !
Die Operation führen wir nach der sogenannten "Misgav-Ladach-Technik"
durch, benannt nach dem gleichnamigen Spital in Jerusalem.
Der wesentlich Unterschied zur herkömmlichen Technik besteht darin, dass
einerseits - wo immer es möglich ist - die Finger statt des Skalpells
benützt werden und andererseits nur jene Schichten nach der Geburt des
Kindes mit Nähten verschlossen werden, die sonst nicht heilen würden.
Die Vorteile dieser Methode:
Vor allem weniger Schmerzen nach der Operation. Die Frauen sind danach
deutlich mobiler, können gleich normal essen und haben insgesamt eine
deutlich unauffälligere Rekonvaleszenz. Außerdem dauert eine Operation
mit dieser Technik deutlich kürzer als mit der herkömmlichen Methode.
Zum genauen Ablauf:
Mit dem Skalpell wird die Hautdecke knapp an der Schamhaargrenze quer
eröffnet, die darunter liegenden Schichten (Fettgewebe, Faszie, Muskulatur
und Bauchfell) meist mit den Fingern separiert (Ausnahme: Faszie mit dem
Skalpell, bzw. einer Schere).
Danach wird die Gebärmutter eröffnet, das Kind vorsichtig aus der Gebärmutter
gehoben und der Hebamme übergeben.
Anschließend wird die Gebärmutter zwecks besserer Zugänglichkeit
vor die Bauchdecke gelagert, der Mutterkuchen mit der Hand herausgelöst
und die Gebärmutterwunde verschlossen (für Experten: mit einer fortlaufenden
PDS-Schlingennaht einschichtig).
Abschließend wird die Gebärmutter in die Bauchhöhle rückverlagert,
kontrolliert, ob sich Bauchfell bzw. Bauchmuskulatur aneinander legen
und dann die Faszie verschlossen (Vicryl 0 fortlaufend).
Der Hautverschluss erfolgt üblicherweise mittels Klammern oder mit einer
kosmetischen Intrakutannaht (die Haut wird dabei nicht durchstochen, sondern
die Stiche erfolgen versenkt und schlussendlich sind weder Naht noch Stiche
zu sehen).
Klammern bzw. Hautnaht werden nach sechs bis sieben Tagen entfernt.
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